Adrian Janssen

Mitten im Leben? Nein, eher nicht. Ich bin von Geburt an körperbehindert und, nun ja, bin daran gewöhnt.

Immer dann allerdings  wenn meine Behinderung mein Leben stärker als sonst bestimmt oder beeinflusst, sage ich „Ich sitze wieder in meiner Grauzone.“

Von dieser Grauzone spreche ich, weil ich beispielsweise noch zu gesund für eine Pflegestufe und die damit einhergehenden Hilfen bin, gleichzeitig bin ich aber zu krank um mein Leben ohne Hilfe selbstbestimmt leben zu können.

Durch einen Zufall erfuhr ich vom Projekt Moin schon einige Monate bevor dieses überhaupt an die Öffentlichkeit und an die Jobcenter herangetragen wurde. Mittlerweile war ich so an meine Grauzone gewöhnt, dass ich mir kaum vorstellen konnte, dass es ein Projekt, einen Ansatz geben könnte der genau auf mich und Personen wie mich abzielen sollte.

Als ich, vorsichtig optimistisch wie es meine Eigenart ist, einige Monate später als einer der Ersten zu Projektbeginn mein Einführungsgespräch für das Modellprojekt MOIN hatte, stellte sich heraus das es tatsächlich genau zu meiner Situation passte.

Ich selbst kann entscheiden welche Maßnahmen, Ideen und Möglichkeiten für die Gestaltung meiner Zukunft wichtig sein sollen.

Dabei stehe ich als Mensch und nicht als potentieller späterer Arbeitnehmer im Vordergrund.

Ich verstehe und interpretiere das Ziel das Projektes für mich folgendermaßen:  Es geht darum mein Leben auf ein solideres Fundament zu stellen und durch langfristig erhöhte Lebensqualität, die Möglichkeiten einer langfristiger Beschäftigung zu schaffen und zu erhöhen.

Das Projekt MOIN mit seinem Fokus auf Nachhaltigkeit fühlt sich wie einen echte Chance an.

Allein dieses Gefühl verändert schon einiges: Ich weiß, dass ich Hilfe bekommen kann wenn ich sie brauche, diese Hilfe orientiert sich erst an mir selbst und erst dann an Vorgaben und Richtlinien, gleichzeitig weiß ich aber auch, dass ich nichts tun muss was ich nicht möchte. Die Vorgabe tritt ihren Rang an den Vorschlag ab, ein – nach meinen reichlichen Erfahrungen mit Bürokratie – ziemliches Novum.

Eingangs schrieb ich, dass ich ein eher vorsichtiger Optimist bin und so bleibt immer eine Frage im Hinterkopf: „Wo ist hier der Haken?“ Bisher bin ich höchstens auf kleine Hindernisse gestoßen, den Haken suche ich noch, ich hoffe allerdings  – und genau das schreibe ich dem oben erwähnten veränderten Gefühl durch den Glauben an eine echte Chance zu – dass ich ihn nicht finde.

Abschließen kann ich mit einer ersten Erfolgsmeldung aufwarten:

Ich schreibe diese Zeilen auf einem Rechner der GPS am zweiten Tag eines vierwöchigen Praktikums in der Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit.

Für Arbeitnehmer

Im Landkreis Friesland und in Wilhelmshaven suchen etwa 500 Menschen mit Schwerbehinderung einen für Sie geeigneten Arbeitsplatz.

Im Modellprojekt MOIN bieten wir Ihnen eine intensive persönliche Unterstützung an, damit Sie bald einen neuen Arbeitsplatz finden.

MOIN ist aus den Anfangsbuchstaben MOdellprojekt INklusion zusammengesetzt.

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Für Arbeitgeber

MOIN ist ein Modellprojekt, das Menschen mit einer Schwerbehinderung und Arbeitgeber zusammenführt.

Das Potenzial schwerbehinderter Menschen als Arbeitskräfte ist noch nicht ausgeschöpft. Über die Hälfte der schwerbehinderten Arbeitslosen sind Fachkräfte mit einer schulischen oder beruflichen Ausbildung und gut vier Prozent sind Akademiker mit einem Hochschulabschluss.

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Was wir tun
Menschen, die wir begleiten konnten - Erzählen Ihre Geschichten.

Unser Team

Wir unterstützen Sie.

Michael Zilger Es bereitet mir sehr viel Freude, Menschen eine neue Perspektive aufzuzeigen... Weiter
TIMO EDEN Im Moin-Projekt begegne ich wertvollen Menschen. Hier bekomme ich Raum, authentisch und smart zu arbeiten. Weiter
ULRICH LORK In meinem bald endenden Arbeitsleben habe ich viele Menschen unterstützt, die eine neue Arbeit suchten. Weiter
ANDRÉ BODENSTEIN Das Modellprojekt Inklusion ermöglicht mir vielfältige Begegnungen mit Menschen, auf die ich mich freue. Das finde ich spannend und motivierend zugleich. Weiter
KATHRIN SOMMER Jeder Mensch ist besonders und hat das Recht auf Teilhabe am Arbeitsleben. Für mich bedeutet die Arbeit bei MOIN, Menschen zu unterstützen und ihnen Mut zu machen. Vor allem möchte ich die Kompetenzen und Wünsche der Teilnehmer "wachrütteln". Weiter
GERD PEINEMANN-ZURHEIDEN Jeder Mensch ist einzigartig und verfügt über seine ganz individuellen Fähigkeiten und Begabungen. Weiter
Bernd Heidenreich MOIN ist ein Zusammenspiel vieler Akteure, denen es wichtig ist, dass Menschen mit Schwerbehinderung den Weg ins Arbeitsleben finden. Weiter